The Spirit of Parookaville: Mein Festivalbericht über gute Musik und Cider

Wenn mich irgendjemand fragt: Olli, was war das Beste, was du in letzter Zeit gemacht hast, dann weiß ich keine richtige Antwort darauf. Mir fallen einige Dinge ein, die jedes einzelne Erlebnis zu etwas Besonderem machen. Allerdings ist eine Sache ganz weit oben auf der Liste: Das Parookaville 2017.

Vor ein paar Jahren habe ich mich nicht sonderlich um Festivals geschert. Ich war ab und zu in Clubs feiern. Das hat sich geändert. Wie so viele Dinge im Leben. Heute, ein paar Jahre später gibt es für mich nichts Besseres, als eine gute Zeit mit meinen besten Freunden zu verbringen. Wenn es dabei noch leckere Getränke und gute Musik gibt – umso besser. Aber bevor ich zu gefühlsduselig werde, hier ein paar Fakten zum Parookaville 2017:

80.000 Bürger bevölkern die fiktive Stadt Parookaville

Im Jahr 2015 öffnete die fiktive Stadt „Parookaville“ erstmalig ihre Tore für neue Mitbürger. Auf dem Airport Weeze, mit einer Grundfläche von 65.000 Quadratmetern, fanden damals 25.000 Feierwütige ihren persönlichen Ort der Glückseligkeit. Heute, nur zwei Jahre später, ist das Parookaville mit 80.000 Tickets restlos ausverkauft. Auf zehn Bühnen gibt es von 200 DJs für jeden elektronischen Musikgeschmack etwas Passendes auf die Ohren. Aber auch sonst gibt es an jeder Ecke etwas Neues zu bestaunen.

Vom Riesenrad über einen Autoscooter bis hin zur eigenen Achterbahn, vom Gefängnis über einen riesigen Pool bis hin zur eigenen Kirche. Man hat tatsächlich das Gefühl, drei Tage lang auszuwandern. Vielleicht gibt es auch aus diesem Grund ein separates Visum in den Pass oder die Möglichkeit, auf der eigenen Poststelle, eine Karte an die Daheimgebliebenen zu senden. Bis jetzt habe ich in Deutschland noch nichts Vergleichbares gesehen. Chapeau Parookaville.

Und da waren wir nun. Vier beste Freunde, ein Tipi-Zelt und jede Menge Cider. Vorbei die Zeiten, in denen man warme Mischungen aus Plastikflaschen trinken muss. Dank riesigem Supermarkt, kühlen Somersby Dosen und feinstem Wetter kam bereits am Freitag Mittag jede Menge Festival Feeling auf. Also ab auf die Wiese, hart chillen und die nächsten Stunden und Tage planen. Denn bereits am Abend stand mein persönliches Highlight auf dem Programm: Armin van Buuren.

Und wie die niederländische Trance-Ikone feststellen musste: Die Atmosphäre vor der 120 Meter breiten Bühne war atemberaubend. „So was habe ich in Deutschland in meinen 20 Jahren als DJ noch nicht erlebt.“ Dem muss ich wohl beipflichten. Die untergehende Sonne hinter der Main Stage, die gigantische Laser-Show und die derben Beats, die jeden Knochen beben lassen. Einfach grandios. Aber schaut euch am besten einfach mein kleines Video an, welches ich in Zusammenarbeit mit Dressed Like Machines gedreht habe. Vielleicht versteht ihr dann besser, was ich meine:

Am Samstag wurde es Zeit den Tag etwas ruhiger angehen zu lassen. Und in Parookaville gibt es mehr als genug zu entdecken. Die unzähligen Futter-Stände haben sich harmonisch in das Stadtbild eingefügt. So kann man eine Bratwurst im alten Salon verputzen oder einen eiskalten Apfel-Cider von Somersby im eigenen Baumhaus genießen. Doch Vorsicht! Man neigt schnell dazu sich an dieses tolle Lebensgefühl in Parookaville zu gewöhnen :D. Also fix noch ein paar Runden auf dem Riesenrad gedreht, bevor es wieder ab an die Bühne ging.

Während wir es am Freitag etwas ruhiger angehen ließen, wurde es am Samstagabend Zeit die Stiefel etwas enger zu schnallen. Audiotricz, Atmozfears und Brennan Heart im Center Shelter. Hardstyle vom Feinsten. Und ja, das ist nicht jedermanns Sache. Das dachte ich mir bis vor kurzem auch. Aber tut euch selbst einen Gefallen und lasst euch bei eurem nächsten Festivalbesuch einfach mal darauf ein. Ihr werdet es nicht bereuen. Wenn der Bass drückt und sich die Massen in Richtung DJ schieben, bleibt einfach kein Shirt mehr trocken. Versprochen.

Und da wir gerade beim Thema sind. Leider wurde das Wetter ab Samstagabend zunehmend schlechter. Aber das gehört wohl einfach zu einem guten Festival. Wichtig dabei: Bloß nicht die Laune verderben lassen. Immerhin gibt es auf dem alten Airport genügend Bunker und zum anderen kann man sich auch einfach ein paar regenfeste Klamotten anlegen und weiter vor der Bühne eskalieren. Wir haben eine gesunde Mischung aus beidem gewählt und sind damit perfekt durch den Regen getanzt. Zu Axwell Λ Ingrosso, gefolgt von Headhunterz auf der Main Stage versteht sich.

Am Sonntag wurde es sogar noch schlimmer. Aber was solls. Da hilft nur ein guter Burger zum Frühstück und ein paar weitere Cider im Baumhaus bevor David Guetta das Festival zu einem glorreichen Abschluss bringt. Und was soll ich sagen? Ich bin begeistert. Bis jetzt ist mir in Deutschland noch kein vergleichbares Konzept unter die Tanzbeine gekommen. Hier stimmt einfach das Gesamtpaket. Natürlich gab es Probleme mit den Parkplätzen, lange Staus auf den Straßen und ein bisschen Regen. Doch was uns nicht umbringt, macht uns nur noch härter. Das Parookaville hat mich definitiv nicht zum letzten Mal gesehen.

Vielen Dank an Somersby für das tolle Wochenende